Das Projekt

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Das preußische Jahrhundert – Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914

Der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. (JGV) und der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (OGV) werden im Zeitraum 2015 bis 2017 gemeinsam ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt zum „Preußischen Jahrhundert in Jülich, Opladen und dem Rheinland“ durchführen.

Dieses besteht aus:
- zwei parallelen Ausstellungen in Jülich und Leverkusen-Opladen im Jahr 2016,
- Durchführung eines Workshops im Jahr 2015,
- zwei parallelen Ausstellungen unter dem Titel „Tiefernst und stumm ist hier die Welt... – Die Preußische Rheinprovinz im Blick der Düsseldorfer Malerschule“ im Jahr 2015,
- Herausgabe einer wissenschaftlichen Abschlusspublikation,
- Durchführung eines Begleitprogramms in Jülich und Leverkusen in den Jahren 2015 und 2016 und
- gemeinsame Presse- und Öffentlichkeitsarbeit inklusive Betrieb einer gemeinsamen Homepage.

Das Projekt ist Teil des vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. koordinierten Veranstaltungsprogramms „Danke* Berlin. 200 Jahre Preußen am Rhein“.

Ein Ausstellungsprojekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Museum Zitadelle Jülich und dem Haus der Stadtgeschichte Leverkusen sowie weiterer Projektpartner.

Im Februar 1815 fiel auf dem Wiener Kongress die Entscheidung, dass das Rheinland an Preußen gehen sollte. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. nahm schließlich am 5. April 1815 die Gebiete links und rechts des Rheins von Koblenz bis Emmerich offiziell in Besitz. Die 200. Wiederkehr dieses Datums nehmen der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. und der Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen zum Anlass für ein gemeinsames Ausstellungs- und Forschungsprojekt. Es möchte die knapp einhundert Jahre zwischen der Inbesitznahme und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in den Blick nehmen. Dabei steht eine vergleichende Herangehensweise im Vordergrund. Beide Orte konnten auf eine gemeinsame jahrhundertlange Geschichte innerhalb des Doppelterritoriums Jülich-Berg zurückblicken. Die Zeit der Zugehörigkeit zu ein und derselben Landesherrschaft endete mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen in das linksrheinische Gebiet im Oktober 1794. Jülich wurde eine Stadt in Frankreich, während Opladen Teil des Herzogtums Berg blieb, das schließlich 1805 in das neu gegründete Großherzogtum Berg aufging – ein Satellitenstaat von Napoleons Gnaden, auf den innerhalb kürzester Zeit das moderne französische Verwaltungssystem übertragen wurde, das im Linksrheinischen bereits seit 1798 schrittweise Einzug gehalten hatte. Mit dem Jahr 1815 gehörten die beiden Orte Jülich und Opladen wieder zu einem gemeinsamen Herrschaftsbereich, nämlich dem des preußischen Königs.

Die Preußen standen 1815 vor der schwierigen Aufgabe ihre westlichen Besitzungen mit ihrem übrigen Herrschaftsgebiet, das einen deutlichen Schwerpunkt im Osten aufwies, administrativ zu harmonisieren. Ein für beide Seiten – Preußen wie Rheinländer – schwieriger Prozess, den es auf der lokalen Ebene von Jülich und Opladen zu beschreiben und miteinander zu vergleichen gilt. In der Zusammenschau werden sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten lassen, die den Blick für die historische Wirklichkeit im Rheinland des 19. Jahrhunderts schärfen. Das Projekt verfolgt dabei parallel vier Ansätze, die sich auf vielfältiger Weise miteinander verschränken, dennoch aber ein Höchstmaß an Anschaulichkeit in der Ausstellung ermöglichen werden.