noch bis zum 30. Oktober 2016: „Tiefernst und stumm ist hier die Welt … - Die preußische Rheinprovinz im Blick der Düsseldorfer Malerschule“

Tiefernst und stumm ist hier die Welt...
Die Preußische Rheinprovinz im Blick der Düsseldorfer Malerschule

13.9.201530.10.2016 Museum Zitadelle Jülich

Am 9. März 1819 wurde durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen per Erlass die Kunstakademie in Düsseldorf als nun königliche Kunstakademie neu eröffnet. Rasch etablierte sich hier eine prosperierende Kunstausbildungsstätte, die ein wichtiger Bestandteil der preußischen Kulturpolitik in den neu-preußischen Ländern am Rhein darstellte.

Mit Carl Friedrich Lessing und dem aus Jülich stammenden Johann Wilhelm Schirmer wurde die Landschaftsmalerei ein besonderes Charakteristikum der Düsseldorfer Malerschule. Zahlreiche Künstler, darunter Andreas Achenbach, Carl Ludwig Fahrbach, Johann Adolf Lasinsky, Leonhard Rausch, Georg Saal oder August von Wille, entdeckten die heimische Landschaft der Preußischen Rheinprovinz als Quelle für ihre Kompositionen.

Die damals entstandenen Ansichten geben tiefe Einblicke in das Erscheinungsbild der häufig ärmlichen Gegenden, wie es Caspar Scheuren treffend mit den Zeilen des Heimatdichters Wolfgang Müller (1816-1873) auf dem Blatt „Eifel“ seiner Serie von Rheinlandschaften aus dem Jahr 1862 treffend beschreibt: „Tiefernst und stumm und kalt ist hier die Welt... In diesen öden unfruchtbaren Weiten“.

Die Präsentation im Pulvermagazin des Museum Zitadelle Jülich ist noch bis zum 30. Oktober 2016 zu sehen und legt den Schwerpunkt auf die Eifel und den Mittelrhein.

Die Doppel-Ausstellung „Tiefernst und stumm ist hier die Welt... – Die Preußische Rheinprovinz im Blick der Düsseldorfer Malerschule“ wird gemeinsam vom Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen und dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. in Zusammenarbeit mit dem Museum Zitadelle Jülich und der Villa Römer – Haus der Stadtgeschichte Leverkusen im Rahmen von „DANKE* BERLIN“ realisiert. Unter diesem Motto erinnert der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. an eine 200-jährige Beziehung mit Folgen.

Schirmherrschaft: Regierungspräsidentin Gisela Walsken

02./03. Juli - 18. Dezember 2016: „Das preußische Jahrhundert - Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914"

Ein Ausstellungsprojekt des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. und des Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. Leverkusen in Zusammenarbeit mit dem Museum Zitadelle Jülich und dem Haus der Stadtgeschichte Leverkusen sowie weiterer Projektpartner.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Abschnitte. Einführend werden „Preußen-Charakteristika“ und „Preußen-Stereotype“ vorgeführt. Damit wird die Erwartungshaltung des Besuchers beim Thema „Preußen“ aufgegriffen und einer kritischen Reflexion unterzogen. Parallel dazu wird der Besucher anhand einer Chronologie wichtiger Ereignisse in das preußische Jahrhundert eingeführt. Der eher strukturalistische Ansatz der Präsentation erhält damit eine zeitliche Strukturierung. Mit der knappen Darstellung der vorangegangenen „Franzosenzeit“, dem Wiener Kongress und der Besitzergreifung werden die Voraussetzungen der preußischen Herrschaft über das Rheinland skizziert. Als zentrale Quelle wird dabei das offene Schreiben König Friedrich Wilhelms III. an seine neuen Untertanen vorgestellt, das dieser parallel zum Besitzergreifungspatent veröffentlichen ließ.

Das darin formulierte Herrschaftsprogramm wird im zweiten Abschnitt der Ausstellung mit der tatsächlichen Entwicklung in Jülich und Opladen abgeglichen. Leitende Fragestellung ist immer die nach den durch die preußische Regierung angestoßenen spezifischen Entwicklungen. Dabei fokussiert sich die Darstellung auf sechs Themenfelder:

  1. Ihr werdet gerechten und milden Gesetzen gehorchen. – Staat und Verwaltung in Jülich und Opladen
  2. Ich werde durch eine regelmäßige Verwaltung des Landes den Gewerbefleiß Eurer Städte und Eurer Dörfer erhalten und beleben. – Stadtentwicklung, Gewerbe und Fortschritt in Jülich und Opladen
  3. Eure Religion, das heiligste, was dem Menschen angehört, werde ich ehren und schützen. – Religion, Nation und Identität in Jülich und Opladen
  4. Im Kriege muss zu den Waffen greifen, wer sie zu tragen fähig ist. – Militär und Gesellschaft in Jülich und Opladen
  5. Kommt mir mit redlicher, treuer und beharrlicher Anhänglichkeit entgegen. – Preußische Untertanen in Jülich und Opladen?
  6. Ich werde die Anstalten des öffentlichen Unterrichts für Eure Kinder herstellen… – Bildung und Kultur in Jülich und Opladen

Der letzte Abschnitt der Ausstellung wird dann ein Fazit der Entwicklung des preußischen Jahrhunderts geben.

Die Struktur der Präsentation wird an beiden Standorten gleich sein, jeweils steht aber der spezifische Ortsbezug im Mittelpunkt. So wird in Jülich der Abschnitt zum Militär einen besonderen Schwerpunkt bilden, während in Leverkusen-Opladen der industriellen Entwicklung und der Bedeutung der Eisenbahn besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Ein interessantes Begleitprogramm, zu dem ein separater Flyer erscheint, wird ebenfalls angeboten.

Alle interessierten Bürger, die an Ausstellungen mitwirken möchten oder Material und Exponate zu Ausstellungen beitragen können und möchten, können sich jederzeit an info(at)preussisches-jahrhundert.de wenden. Wie freuen uns über jede Art von Mitwirkung und Unterstützung!

Öffnungszeiten der Ausstellungen

April - Oktober: Mo-Fr 14-17 Uhr, Sa, So u. Feiertag 11-18 Uhr
November - März: Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr, Feiertag geschlossen


Anschrift:
Museum Zitadelle Jülich
Schlossstrasse
52428 Jülich
Telefon: 02461-937680
E-Mail: museum@juelich.de

www.museum-zitadelle.de 


Der Eintrittspreis beträgt 4,- Euro, Familien 6,- Euro, Kinder bis 10 Jahre frei.

Ein Kombiticket für beide Ausstellungsstandorte kostet 6,- Euro.


Führungsbuchung unter Tel 02461-63419.


Das Begleitprogramm finden Sie hier.


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